Fandom


Das Horror-Genre wurde nicht erst mit Resident Evil und Silent Hill salonfähig. Auch vorher gab es ambitionierte Projekte, deren Qualität man in der heutigen Zeit vermisst. Weird Dreams war eines dieser Projekte, eines der ersten Survival-Horror-Games.

Geschichte

Ein junger Mann wird operiert und in Vollnarkose versetzt. Während dieser künstlich hervorgerufenen Schlafphase leidet er unter merkwürdigen Träumen, die seinen Puls erhöhen. Sollte dieser irgendwann zu hoch sein, wacht er aus seiner Narkose auf und muss die Operation bei vollem Bewusstsein miterleben.

Das Spiel verzichtet komplett auf Texte, die Geschichte wird durch das Bild erzählt. So muss sich der Hauptcharakter - Steve - durch merkwürdige Orte und mit noch merkwürdigeren Kreaturen beschäftigen, etwa riesigen Bienen oder einem aggressiven, gebratenem Hähnchen.

Weird Dreams Englishcountrygarden

Später wurde eine erweiterte Geschichte um Steve herum entwickelt. So ist Steve verliebt in seine Mitarbeiterin Emily, die jedoch von einem Dämon besessen ist, der aufgrund einiger Straftaten auf die Erde verbannt wurde. In Steve sieht Emily eine Möglichkeit, ihr Leiden zu beenden und auf ihn zu übertragen. Deswegen schafft sie es, Steve zu überreden, drei Pillen einzunehmen, die angeblich seine Grippe heilen würden. Tatsächlich öffnen sie Zelloripus - dem Dämon - die Tür in Steves Körper, der daraufhin von schmerzhaften Träumen heimgesucht wird, die immer luzider und merkwürdiger werden. Schließlich lässt sich selbst einer Gehirnoperation unterziehen, um die Träume zu beenden. Während dieser Operation träumt Steve seinen klarsten und wahrscheinlich letzten Traum.

Die Story wurde um die Dämonen-Sache erweitert, weil in jenem Zeitraum sehr viele Menschen aus der Narkose nicht mehr aufwachten und das Spiel somit die Ängste der Menschen gefüttert hätte. Was eigentlich der Sinn eines guten Horror-Spiels ist. Interessanterweise wurde die Story auch nur per Novelle nachgereicht, die dem Spiel beilag.


Gameplay

Amiga Longplay 113 Weird Dreams

Amiga Longplay 113 Weird Dreams

Das Gameplay ist relativ simpel, wenn auch verfluchenswert. Man bewegt sich entweder nach links oder recht und kann mit ein paar Objekten interagieren, die man meist auch als Waffe einsetzen kann, etwa den Zitteraal. Viele Spieler haben die Steuerung verflucht, denn sie ist mehr als schwammig und ungenau, macht das Spiel zu einem reinen Glücksspiel. Sollte man es perfekt beherrschen, kann man es innerhalb einer viertel Stunde durchspielen. Das mag zwar nach recht wenig klingen, war für die damalige Zeit recht normal. Man bedenke, dass man auch ein Super Mario Land innerhalb einer halben Stunde durchspielen kann.

Technik

Die grafische Qualität hängt natürlich davon ab, auf welchem System man Weird Dreams spielt. Die "schlechteste" Qualität hatte der C64, während sich Amiga- und DOS-Version weitgehend ähnlich waren. Hervorzuheben sind die Spiegeleffekte, die das Spiel beinhaltete, sowie die qualitativ hochwertige Darstellung surrealer Dinge, bei denen man das Gefühl hat, dass David Lynch seine Finger im (Achtung Wortwitz) Spiel gehabt hat.

Empfehlung

Weird Dreams 1

Jeder Freund des Surrealen, des subtilen Horrors und der Phantastik sollte sich dieses Spiel zu Gemüte führen. Auch jeder Freund der klassischen Pixelkunst sollte zugreifen oder sich zumindest das Longplay anschauen.

Nicht geeignet ist Weird Dreams für Leute, die nach Action suchen oder nach besonders herausragendem Gameplay. Da es wirklich recht hart ist, sollte man auch viel Geduld und Ehrgeiz mitbringen.

Bezugsquellen

Freilich kann man Weird Dreams heutzutage nicht mehr im Laden vorfinden. Stattdessen sollte, wie üblich, auf eBay oder auf Flohmärkten danach Ausschau gehalten werden, allerdings ist selbst da die Chance gering, etwas zu finden. Pfiffige Spieler wissen, wie man trotzdem noch an das Spiel kommt.

Gallerie

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