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Pizza-Syndicate-Pc
Pizza Syndicate ist eine Wirtschaftssimulation aus dem Jahre 1999. Der Spieler muss in verschiedenen Städten Pizzerien eröffnen und die Konkurrenten ausstechen. Wahlweise kann er auch der Mafia beitreten und dadurch ebenfalls der Konkurrenz schaden, oder einfach nur Geld verdienen.

Pizza Syndicate ist der Nachfolger von Pizza Connection und der Vorgänger von Pizza Connection 2, die beide eher realistischer waren, was das Design betrifft.

Geschichte Bearbeiten

Pizza Syndicate bietet keine großartige Geschichte. Der Fokus liegt auf dem Gameplay.

Gameplay Bearbeiten

Das Spiel bietet 2 Modi: Das Endlosspiel und die Kampagne. Einen Multiplayer gibt es nicht. Der wesentliche Unterschied zwischen Endlosspiel und Kampagne ist, dass man im Endlosspiel - wie der Name andeutet - endlos spielen kann und das in bis zu sechs Städten gleichzeitig. Zusätzlich gibt es dort auch die sogenannte Automatik, die einen einfacheren Spielverlauf ermöglicht, falls man keine Lust auf allzu viel Micromanagement hat.

In der Kampagne arbeitet man sich von Stadt zu Stadt durch, es ist jedoch möglich, jede Stadt zu jeder Zeit zu spielen. Eine feste Reihenfolge gibt es nicht. Die meisten Missionen haben bestimmte Missionsziele, etwa 60 % Marktanteil oder die beliebtesten Speisekarten in der Stadt zu besitzen. Häufig ist der Zeitraum zum Erfüllen der Missionen eingeschränkt.

Zu Beginn sucht sich der Spieler entweder einen vorgegebenen Charakter aus, oder aber er erstellt einen eigenen. Dieser hat verschiedene Eigenschaften, die sich auf den Spielablauf auswirken. "Kochen" etwa bezeichnet die Qualität der Pizzen, "Management" etwa auf die Fähigkeit, Gesundheits- und Arbeitsbehörden bei Kontrollen zu verarschen. Die Qualität der Eigenschaften bestimmen auch das Startkapital, so dass man bei maximalen Eigenschaften nur sehr wenig Geld zu Beginn des Spiels hat. Neben der Charaktererstellung erfolgt auch das Festlegen der Pizza-Kette, bestehend aus Namen, Logo und Farbe.

Pizza Syndicate bietet allerlei Abwechslung im Gameplay und fordert viele Dinge vom Spieler. Viele Dinge sind optional, aber dennoch praktisch. So sollte man zu Beginn eine Bank auswählen und eine Werbeagentur. Ohne Bank kann man keine Schulden machen und nicht in die roten Zahlen kommen.

Anschließend eröffnet der Spieler in der Stadt seiner Wahl seine erste Pizzeria, falls er per Automatismus noch keine besitzt. Am besten beachtet er die Umgebung: In der Nähe von Supermärkten und öffentlichen Einrichtungen gibt es immer willige Kunden, in Industrie- und Wohngebieten eher weniger. Sonderfälle stellen Stadien dar, die in regelmäßigen Abständen Spiele abhalten und dabei so viele Kunden "produzieren", dass man sich auch mal eine goldene Nase damit verdienen kann. Der Spieler kann sich entscheiden zwischen kleinen, mittleren und großen Filialen, die dementsprechend mehr oder weniger Platz für Kunden bieten. Kleine Filialen sind günstig und bieten sich gut als Imbisse an, während große Filialen richtige Restaurants darstellen (die Definition von Restaurant ist natürlich subjektiv; jeder kennt sicherlich eine kleine Pizzeria mit nur drei oder vier Tischen). Jede Filiale bietet ein Lager und eine Küche, die jedoch gegen Geld umgebaut werden kann. Zu Beginn bietet das Lager nämlich kein Kühlsystem, was die Qualität der gelagerten Ware recht schnell absinken lässt. Das Gesundheitsamt wird einen Umbau sicherlich danken. Für eine vielfältige Speisekarte bietet sich, wenn man nur ein sehr winziges Lager in der Filiale besitzt, ein Lagerhaus an. Auch hier gibt es drei größen. Jedes Lagerhaus kann maximal einer Filiale zugeordnet werden.

Als Geschäftsführer steht man vor der Aufgabe der Filialeinrichtung. Dabei gilt: Je schöner die Einrichtung, desto besser gefällt sie dem Kunden. Es steht eine große Auswahl an Möbeln und anderen Gegenständen zur Verfügung, geordnet nach Sternen: Die Ein-Sterne-Einrichtung enthält billige Plastikstühle, die nicht lange haltbar, dafür aber äußerst günstig sind. Die Fünf-Sterne-Einrichtung beinhaltet Marmorböden, Designer-Tische und -Stühle. Wichtig in jeder Filiale sind Heizungen, Blumen zur Dekoration und eine Musikanlage. Freundliche Gastgeber bieten den Kunden auch einen Papierkorb an. Der Ofen für die Mitarbeiter darf natürlich auch nicht fehlen.

Der nächste Schritt besteht in der Zusammenstellung der Speisekarte. Zu Beginn einer jeden Runde verfügt der Spieler über vier Standard-Rezepte. Er kann jedoch auch eigene kreieren, was sich aber als sauschwer entpuppt. Es gibt drei Möglichkeiten für das Erstellen guter Pizzen:

  • Man erstellt ein Endlosspiel und lässt die Automatik die Pizzen erstellen. Diese kann man abspeichern und in einer anderen Runde wieder laden. Automatik-Pizzen sind zu 90% verdammt gut
  • Man schaut bei der Konkurrenz, wie gut deren Pizzen ankommen, kauft eine, analysiert das Rezept und versucht es nachzukochen. Dabei kann man sich sowohl am Design als auch am Rezept selbst orienteren (etwa 44g Gouda), denn Zutaten kann man stufenweise zerlegen, dabei sinkt auch der Preis dementsprechend (etwa Gouda 50g -> Gouda 20g -> Gouda 5g -> Gouda 0,5g (erfundende Werte))
  • Simples herumexperimenten und die Geschmäcker der Kunden berücksichtigen. Führt oft zu nichts Gutem.

Zu guter Letzt stellt man sein Dreamteam zusammen, das in der Pizzeria arbeiten soll. Allerlei Arbeitslose stellen sich, mit unterschiedlichen Qualitäten und Gehaltsvorstellungen, vor und der Spieler darf sich für einen Entscheiden. Auch den Personalplan darf er selbst zusammenstellen, bestimmen, wann wer arbeiten kommen soll.

Und dann geht der Kampf richtig los: Es wird Werbung gemacht, Beamte werden bestochen. Der Höhepunkt: Der Beitritt zur Mafia. Man kann einem beliebigen Syndikat beitreten und sich langsam nach oben arbeiten: Kurierdienste, Überfälle, Gefängnisausbrüche. Alles mit dabei. Jede Mission stellt dabei ein eigenes, einzigartiges Minispiel dar, von "gut realisiert" bis "oh Gott, nicht schon wieder!". Die Kuriermissionen etwa bestehen dadrin, auf einen Ort auf der Karte zu klicken und zu warten, bis das Auto dahingefahren ist. Währenddessen muss man darauf achten, dass die Polizei einen nicht erwischt. Spätestens nach der zweiten Mission nervt dies ganz gewaltig. Überfälle gestalten sich da als angenehmer, wäre da nicht die leicht blöde Schussmechanik: Die Charaktere bewegen sich so langsam, die Maus ist teilweise so unpräzise, dass man oft genug in der Feuer der Gegner läuft. Bei den Syndikatsmissionen hat man es meist nur mit einer Wache zu tun, in den eigenen Missionen (etwa der Überfall auf das Lager eines Konkurrenten) hat man es oft genug mit drei oder vier zu tun. Hier reicht eine simple Pistole nicht mehr aus.

Der Beitritt in ein Syndikat ermöglicht es, die Konkurrenz in den Wahnsinn zu treiben. Mit dem Schwarzgeld kann man auf dem Schwarzgeld vergammelte Zutaten oder Ungeziefer kaufen, die man in der gegnerischen Filiale absetzt. Das ist besonders hilfreich, wenn eine Konkurrenzfiliale gerade Besuch von einem Promi oder Fettsack hat, die meist mehr als nur eine Pizza essen und gutes Geld bringen. Die Kundschaft ist nämlich nicht angetan von Abführmitteln und Kakerlaken. Wem das noch nicht reicht, kann die entsprechende Filiale direkt beim Gesundheitsamt und bei der Presse anschwärzen, letzteres kann sich auch als ein Schuss nach hinten erweisen: Berichtet die Presse positiv, wirkt sich dies als Werbung aus. Natürlich kann man sich der Konkurrenz auch persönlich stellen und sie zum Backwettbewerb herausfordern. Die geduldigen Spieler können sich aber auch bereit erklären, das Geld der Konkurrenz zu waschen. Wenn sie sie anschließend beim Finanzamt anschwärzen, wird das verdammt teuer.

Technik Bearbeiten

Pizza Syndicate - im Gegensatz zu seinem Vorgänger und Nachfolger - ist in einem Comicstil gehalten, was die Optik des Spiels beinahe zeitlos macht. Noch heute kann man sich das Spiel antun, ohne dass man Augenkrebs kriegt. Lediglich an einigen gerenderten Videos sieht man, dass Pizza Syndicate aus dem Jahre 1999 stammt. Die Vertonung ist ebenfalls gut gelungen. Viele Sätze, welche die einzelnen Menschen von sich geben ("Ey mach misch nicht an!", "Höhöhö ... Quantität statt Qualität"), bleiben im Gedächtnis der Spieler hängen. Lediglich ein paar der (äußerst raren) Bugs nerven teilweise. So kann es passieren, dass die Mitarbeiter partou nicht in die Filiale nach Eröffnung kommen. Das liegt meist daran, dass der Zugang zur Küche irgendwie blockiert ist. Allerdings kann es schon einige Zeit dauern, bis man das realisiert, da das Spiel dazu kein Feedback gibt.

Nachwirkung Bearbeiten

Pizza Syndicate gehört zur Reihe der Pizza-Wirtschaftssimulationen, eine Reihe, die damals nur sehr klein war und deren Boom schon sehr schnell nach der Jahrtausendwende verebbte. Pizza Syndicate und Pizza Connection suchen noch heute ihresgleichen. Seit den frühen 2000ern hat es kein vergleichbares Spiel gegeben. Die Entwickler jedoch - man horche auf - überlegen zur Zeit (Stand: März 2013) ein neues Spiel aus der Reihe zu veröffentlichen, allerdings erstmal nur als Browsergame. Was allerdings sehr schade wäre, dann damit würde sich die Pizza-Reihe zur Cultures Reihe gesellen, die ebenfalls nur schmerzhaft künstlich durch ein Browsergame am Leben gehalten wird.

Empfehlung Bearbeiten

Freunde der Pizzen und heimliche Imbisskettenkarrieristen sollten sich das Spiel auf jeden Fall zu Gemüte führen. Auch Fans von Micromanagement werden ihre Freude haben, in sechs Städten gleichzeitig etwa drei Filialen zu verwalten, und das alles ohne Hilfe durch die Automatik. Freizeitmafiosos werden allerdings nicht glücklich, da der Mafiapart relativ gering ausfällt. Es ist eben eine Wirtschaftssimulation, in der es um Mafiatorten geht, nicht um die Mafia selbst.

Weiterführende Links Bearbeiten

Webseite von Fans für Fans mit weiteren Details

Bezugsquellen Bearbeiten

Man schaue bei eBay nach. auf der Computer-Bild-Spiele-Ausgabe 9 / 2001 war das Spiel ebenfalls als Beigabe enthalten. Ansonsten bleibt wohl oder Übel nur der Umweg über die Piraterie.

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