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Pathologic ist ein First-Person-Adventure aus dem Jahre 2005. Es wurde entwickelt von Icepick Lodge. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines von drei Charakteren und muss innerhalb einer bestimmten Zeit Aufgaben erledigen. Das Besondere an dem Spiel ist, dass jeder Charakter einen eigenen Handlungsstrang besitzt und somit jeder Charakter eine eigene Sicht der Ereignisse innerhalb des Spiels vermittelt.

Geschichte Bearbeiten

Pathologic spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einer kleinen, namenlosen Stadt weit abseits jeglicher Zivilisation, mitten in der Steppe. Lediglich eine Zugverbindung stellt die einzige Verbindung zum Rest Russland dar. Innerhalb der Stadt leben neben den Menschen merkwürdige Wesen, etwa die Wurmmenschen, die entfernt den Menschen ähnlich sind, aber doch äußerst befremdlich wirken. Die Haupteinnahmequelle der Stadt ist die Viehhaltung und -weiterverarbeitung. Es gibt im Osten, dem Industriedistrikt, eine riesige Schlachtungsanlage, den sogenannten Bienenstock. Der mittlere Teil der Stadt ist ein Wohndistrikt, während im Osten eher die besser betuchten wohnen. Innerhalb der Bevölkerung gibt es diverse Bräuche und Volksglauben. So fürchtet man sich etwa vor dem Wüstendämon Schabnack-Adyr. Daneben gibt es noch eine große Zahl anderer Kuriositäten, die der Spieler während seines Abenteuers kennenlernt.

In diese Stadt kommen nun drei Menschen, deren Schicksal mehr oder weniger miteinander verworben ist und die allesamt großen Einfluss auf die Ereignisse nehmen, welche die Stadt betreffen. Und zwar bricht in der Stadt die Pest aus, die sogenannte Sandseuche: Häuser bilden blutigen Schimmel an den Wänden, das Blut in den Menschen gerinnt und führt schließlich zum Tod.

Der erste Mensch, der in die Stadt kommt, ist Daniel Dankowski, der "Mediziner". Seine Existenz ist durch die Obrigkeit bedroht, welche in der Hauptstadt sein Labor aufgrund diverser Theorien und Praxen geschlossen hat, denn Dankowski ist überzeugt, dass man den Tod besiegen und unsterblich werden kann. Aufgrund einer Einladung von Isidor Burakh, der ihm das Angebot macht sich den unsterblichen Simon Kain zu begutachten, reist er in die Stadt, deren Oberhaupt eben jener Simon Kain ist. Seine Pläne werden jedoch von der Sandseuche durchkreuzt, der er nun bekämpfen will, da die Obrigkeit ihm das Fortbestehen seines Labors garantiert, sollte er diese erfolgreich bekämpfen bzw. die Stadt retten.

Artemi Burakh, der Sohn des Isidor Burakh, kehrt auf Bitten seines Vaters zurück in die Stadt und soll den Platz seines Vaters einnehmen. Sein Ziel ist es, das Erbe seines Vaters anzunehmen und der älteste Seher zu werden, was ihm ermöglicht, die Seuche zu bekämpfen und die Stadt zu retten.

Die Dritte im Bunde, die man erst freischalten muss, indem man entweder die Geschichte mit Dankowski oder Burakh erlebt hat, ist Klara, die Heilige. Sie wacht zu beginn auf einem Friedhof auf und hält sich selbst für eine Wunderheilerin, kann Menschen das Leben retten, indem sie diese mit ihren Händen berührt.

Gameplay Bearbeiten

Das ganze Spiel ist aufgemacht wie eine Theatervorführung. Das hat den Effekt, dass man dem Spiel die relativ simple Grafik und Kulisse verzeihen kann (Es gibt unzählige Klonhäuser, die allerdings durch ihr Wiederauftauchen einen Teil der bedrückenden und trostlosen Atmosphäre ausmachen), die schon 2005 recht überaltet war. Das Gameplay ist ein Kreuz in dem Spiel, so dass jeder, dem Gameplay wirklich wichtig ist, diesen Artikel schließen kann. Grob zusammengefasst läuft das Spiel so ab: Gehe zu A und rede mit ihm, gehe dann zu B und rede mit ihm. Die Dialoge sind zwar gut - wenn auch manchmal verwirrend - jedoch ermüdet das Hin- und Hergelaufe auf Dauer, zumal man oft für wenige Sätze durch die ganze Stadt spazieren muss. Ja, spazieren, denn die Figuren können nicht rennen. Schnellreise gibt es auch nicht.

Wett gemacht wird dies durch die Atmosphäre und die Entdeckungen, die man im Verlauf der Geschichte macht. Als Beispiel sei etwa das Polyeder genannt, ein riesiger Turm aus Papier, der nur auf einer winzigen Spitze auf dem Boden steht. Oder der Bienenstock, oder die Steppe. Oft genug wird dem Spieler durch zwei Ratgeber immer wieder ins Gedächtnis gerufen, dass er nur Teilnehmer eines großen Schauspiels ist, was beinahe zynisch wirkt, denn Pathologic beinhaltet auch ein paar Actionabschnitte: Man kann sich prügeln oder andere erschießen. Sprich: Obwohl alles nur ein Schauspiel ist, können andere Leute getötet werden. Es stellt sich zusätzlich auch immer die Frage, ob man selbst nur Schauspieler oder Regisseur ist.

Jede Handlung ist in 12 Tage unterteilt. Innerhalb eines jeden Tages muss man bestimmte Quests erledigen, da man sonst ggf. das Spiel verliert oder aber jemand stirbt, so dass dessen Tod ggf. ein erfolgreiches Abschließen des Spiels verhindert. Eine Besonderheit ist, dass man während des Spiels krank werden kann (das bezieht sich auf die Spielfigur) und man sich mit verschiedenen Medikamenten heilen muss. Als Seher Artemi Burakh - der zweite spielbare Charakter - hat man sogar die Möglichkeit, Leichen zu sezieren und ihre Organe zu entnehmen, die man schließlich verkaufen kann. Auch kann man mit ihm aus Kräutern und organischem Material Medizin herstellen, sofern man die nötigen Rezepte besitzt.

Technik Bearbeiten

Die Technik war schon 2005 relativ veraltet, was aber auch nicht verwunderlich ist, denn Ice Pick Lodge war damals nur ein kleines Indie-Studio. Deutschland hatte das Glück und eine synchronisierte Fassung bekommen, die auch gut klingt und sich gut lesen lässt. Teile der Dialoge sind Vertont, den Großteil muss man jedoch lesen. Englischsprachige hatten es dagegen schwer: Noch heute gibt es keine vernünftige Übersetzung des Spiels für den eindeutig größeren Markt.

Die Spielwelt ist relativ simpel aufgebaut: Ein Haus gleicht dem anderen. So langweilt man sich schnell, wenn man durch die Stadt schlendert und vermisst ein Schnellreise-System. Auch die NPC gleichen sich wie ein Ei dem anderen, ausgenommen die storyrelevanten NPCs. Aber hey: Es sind ja nur Darsteller und die Häuser nur Kulisse. Auch kommen manchmal Bugs in dem Spiel vor, die ein Weiterkommen verhindern. So hatte ich einmal das Problem, dass ich dringend mit jemandem für eine Quest sprechen musste, dieser war jedoch krank und für den ganzen Tag nicht verfügbar. Sowas ist ärgerlich, da man im schlimmsten Fall das komplette Spiel neustarten muss.

Eine Seltenheit - damals wie heute - ist, dass es so gut wie keine "Fake-Türen" gibt: Man kann in jedes Haus einbrechen. Wird man beim Stehlen von Dingen wie Lebensmittel oder Ähnlichem erwischt, hat man sehr schnell die gesamte Belegschaft mit erhobenen Fäusten an der Backe.

Nachwirkung Bearbeiten

Die Meinungen zu dem Spiel sind so gespalten wie Nord- und Südkorea. Während die Presse (vor allem die deutsche) das Spiel durchgehend negativ bewertete (durchschnittlich geschätzte 40 von 100 Punkten) und auch viele Spieler eher den ablehnend den Kopf schüttelten, erfreute es sich mit der Zeit doch über eine wachsende Fangemeine, was vor allem auf die Einzigartigkeit und die Geschichte zurückzuführen ist, aber auch das Design und der subile Horror wussten offene Spieler zu überzeugen. Ice Pick Lodge veröffentlichte später das Spiel The Void, welches in eine ähnliche Richtung ging: Düstere Welten, mystische Gestalten und eine Geschichte, die nicht das Spiel vermittelte, sondern sich langsam im Kopf des Spielers zusammensetzte.

Empfehlung Bearbeiten

Pathologic ist nichts weiter als ein interaktiver Roman mit drei Handlungssträngen. Was das Gameplay betrifft ist es eine Katastrophe, inhaltlich jedoch beinahe ungeschlagen, vereint es doch eine intelligente Horrorgeschichte mit Detektivgeschichten und Thrillern. Wer also bereit ist, sich wirklich intensiv mit einer Geschichte auseinanderzusetzen und sich in eine wunderschöne, bizarre Welt eintauchen zu lassen, der wird mit Pathologic vollkommen zufrieden sein. Man muss dem Spiel aber seine Hänger verzeihen, denn oft genug ödet es den Spielern mit stupiden Laufaufträgen an, die einfach nur Zeit und Nerven kosten. Wer geduldig ist, wird jedoch ausreichend belohnt werden. Ich wage so weit zu gehen und zu behaupten, dass selbst Alexander Jodorowski seinen hellen Spaß mit Pathologic hätte.

Es hat sich als Motivationspush erwiesen, den God-Mode zu aktivieren und längere Strecken per Flugmodus zurückzulegen, da dass Fliegen sehr schnell vonstatten geht. Allerdings geht das auf Kosten der Atmosphäre.

Auch sollte man berücksichtigen, dass einem das Spiel absolut nichts schenkt. Man muss immer genau hinhören bei dem, was die Charaktere einem sagen, da nicht immer alles im Questlog aufgelistet wird. Wichtige Hinweise bekommt man in den Gesprächen manchmal nur in Nebensätzen als Andeutungen.

Bezugsquellen Bearbeiten

Amazon oder ebay.

Gallerie Bearbeiten

  • Die Seuche schlägt sich überall nieder. Auch an Häusern.
  • So manch ein Gebäude wirderspricht jeglichen physikalischen Gesetzen.
  • Selbst in der Welt von Pathologic gibt es Liebhaber von Katzenbildern. Ist sie nicht knuffig?
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