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Earth 2150 ist ein Echtzeit-Strategiespiel der Firma Topware aus dem Jahre 1999 und der Nachfolger von Earth 2140. Man übernimmt die Rolle eines Kommandanten der Fraktionen Eurasian Dynasty, Lunar Corporation oder United Cilvilized States.

Earth 2150 ist eines der ersten 3D-Strategiespielen und bot neben einem stark ausgeprägtem Technologiebaum die Möglichkeit, Einheiten aus verschiedenen Bauteilen selbst zu erstellen. Eine starre Einheitenpalette wie etwa in Command & Conquer gibt es folglich nicht.

Zwei Standalone-Addons hat das Spiel spendiert bekommen: Earth 2150 - The Moon Project und Earth 2150 - Lost Souls. Auch einen Nachfolger gibt es: Earth 2160, welches - von den Fraktionsnamen und der Geschichte einmal abgesehen - nur noch wenig an Earth 2150 erinnert.

Geschichte Bearbeiten

Im 22. Jahrhundert gibt es nur noch 2 große Fraktionen auf dem Planeten. Die amerikanischen Staaten haben sich zu den United Civilized States (UCS) zusammengeschlossen, während Asien und Europa von der Eurasian Dynasty (ED) regiert wird. Grob gesagt: Die UCS sind Amerikaner, die ED sind die Russen (welche auch mit russischem Akzent sprechen). Gesellschaftlich haben sich beide Nationen unterschiedlich entwickelt: Die UCS hat es geschafft, dass jegliche Arbeit von Robotern erledigt wird; das zählt auch für Regierungsaufgaben. Die Staatsführung würd vollzogen von einem Supercomputer namens GOLAN, während es sich bei der ED um eine eher kriegerische Gesellschaft handelt, die auf Khanaten aufgebaut ist (wovon man jedoch im Spiel selbst nicht viel mitbekommt).

Durch einen Berechnungsfehler verschiebt GOLAN eine große Anzahl an Truppen auf dir britischen Inseln, was die ED als Kriegserklärung auffasst. Der nachfolgende Krieg wird unter anderem mit Atombomben ausgetragen. So geschieht es, dass die ED eine UCS Basis am Nordpol mit modernen aber ungetesteten Nuklearwaffen angreift. Durch die enorme und weit unterschätzte Sprengkraft wie die Erde aus ihrer Umlaufbahn geschleudert und droht auf die Sonne zu stürzen.

Die beiden Fraktionen kämpfen nun um die Vorherrschaft großer Ressourcenmengen, die sie benötigen, um ein Raumschiff zu bauen, welches zum Mars fliegen und die Menschen so retten soll.

Da auch der Mond mit der Erde Richtung Sonne stürzt, mischt sich eine dritte Fraktion ein: Die Lunar Corporation, einst ein Forschungsprojekt, welches den Mond kolonisieren sollte, sich nun aber zu einer beachtlichen Militärmacht entwickelt hat. Bemerkenswert an der LC ist, dass sie zum Großteil aus Frauen besteht, da aus irgendeinem  Grund auf dem Mond sehr wenig Männer geboren werden. Ironsicherweise spielt man aber einen Mann. Auch die LC braucht Ressourcen für ein Raumschiff.

Gameplay Bearbeiten

Grundsätzlich ähnelt sich das Basisgameplay nicht von anderen Genremitgliedern. Gebäude können frei auf der Karte gebaut werden und benötigen Strom. Fahr- und Flugzeuge können in entsprechenden Produktionsstätten gebaut werden, Foschungszentren sorgen für technologischen Fortschritt.

Anders als jedoch andere Genrevertreter ist es hier möglich, Missionen zu verlieren und trotzdem weiterzumachen. Zwischen den Missionen kehrt man immer wieder zur Hauptbasis zurück, in welcher sich der Raumhafen befindet, von dem aus Rohstoffe ins Orbit gebracht werden, wo das Raumschiff gebaut wird. Auch während der Missionen kann man immer zwischen Missionsbasis und Hauptbasis wechseln und so immer wieder Verstärkung holen. Dabei muss der Spieler jedoch aufpassen und entscheiden, ob er das Geld nicht lieber für das Raumschiff ausgibt.

Geld bekommt er zunächst aus der Hauptbasis und den dortigen Ressourcenfeldern. Später jedoch hauptsächlich aus Missionen. Denn das Ziel ist es fast immer, ein Gebiet zu sichern und den Feind zu vertreiben, um eine regelmäßige Ressourcenlieferung von dort zu gewährleisten, die auch nach Abschluss der MIssion anhält, bis die Ressourcen erschöpft sind. Wird eine Mission verloren, nimmt man sich eine andere vor. Es gibt jedoch auch Missionen, deren Ausging wichtig für den späteren Verlauf ist und die spätere Missionen vereinfachen oder erschweren. So muss man etwa auf Seiten der UCS zwei Mech-Prototypen bergen, während man von vorne und hinten von LC und ED Einheiten attackiert wird.

Die eigenen Basen lassen sich mit verschiedenen Methoden verteidigen. Jede Fraktion verfügt über kleine und große Abwehrgebäude (Türme, Bunker, etc.) und Mauern. Im Gegensatz zu vielen anderen Genrevertretern können hier manche Militärgebäude (etwa Produktionsstätten) zusätzlich mit leichten Waffen bewaffnet werden, d. h. mit Maschinengewehren, Raketenwerfern und Plasmakanonen.

Auch benötigen alle ballistischen Waffen Munition, welche im Kampf ausgehen und nur von Versorgungstransportern (meist Flugeinheiten, die sich Munition von einem Depot holen) wieder aufgefüllt werden können. Jede Fraktion verfügt zu einem Basisarsenal an Waffen eine Fraktionsspezifische energetische und ballistische Waffe.

Ein weiteres Gimmick sind die Tunnel, die erzeugt werden können. Mithilfe von Baufahrzeugen können unterirdische Gänge erschaffen werden. Dargestellt werden sie auf einer seperaten Map, die "unter" der Hauptmap liegt. Das bietet die Möglichkeit eigene Abkürzungen zu erzeugen oder einen für den Feind unerwarteten Angriffspunkt auszunutzen. Mit der Zeit findet man in den Tunneln auch diverse PowerUps.

Earth 2150 nimmt den Begriff "Echtzeit" recht genau. Insgesamt hat man ca. 180 Tage Zeit, die nötigen Rohstoffe zu beschaffen. Es gibt einen Tag und Nacht Zyklus der unabhängig vom eigenen Fortschritt innerhalb des Spiels arbeitet; die Tage vergehen unabhängig davon, ob man eine Mission macht oder nicht. So kann man (theoretisch) 100 Tage in der ersten Mission bleiben oder aber sie erst gar nicht anfangen. Allerdings hat man nicht die ganzen 180 Tage Zeit, denn am 360. Tag kollidiert die Erde mit der Sonne. Da es vorher ziemlich heiß wird, sollte man mind. 30 Tage vorher bereits abgereist sein.

Das Gameplay variiert jedoch - ähnlich wie bei Starcraft - innerhalb der Fraktionen:

UCS Bearbeiten

Earth 2160 UCS logo

Auch wenn 2160 dransteht: Die Logos sind exakt dieselben.

Die UCS setzen auf Maschinen. Die komplette Gesellschaft ist mechanisiert und man munkelt, dass die UCS-Bürger nur daheim herumsitzen und nichts tun, während die Maschinen die Arbeiten erledigen. So ist es nicht verwunderlich, dass auch das komplette Militär mechanisiert ist. Die UCS setzen primär auf Mechs, die es in allen möglichen Ausführungen gibt. Meist heißt es: Je größer desto besser. Die Mechs können in ihrer Bewaffnung frei konfiguriert und bestückt werden mit Maschinengewehren, Raketenwerfern usw. Die Fraktionsspezifische Waffe der UCS ist die Plasmakanone, welche sowohl zur Boden- als auch Flugabwehr geeignet ist. Lediglich Schilde halten Plasmawaffen (zeitweise) auf. Auch sind die UCS-Einheiten die einzigen, die Granaten verwenden können.

Flugeinheiten sind futuristische Geräte, die nur entfernt an heutige Flugzeuge erinnern.

Ressourcen baut die UCS mithilfe von Erntefahrzeugen ab, welche den Boden aufbohren und die Ressourcen zu einer Raffinerie bringen.

Strom bekommt die UCS von riesigen Nuklearkraftwerken, an die man Reaktoren bauen kann, wenn man mehr Strom haben möchte. Die Explosion eines Atomkraftwerks sieht für 2000er Verhältnisse großartig aus und sollte jeder, der das Spiel spielt, einmal gesehen haben.

Panzersperren dienen als Mauern.

EDBearbeiten

Ed
Die ED setzen klassischerweise auf Panzer und Helikopter. Da diese von Menschen gesteuert werden, begrüßen einen im Gegensatz zu den UCS-Einheiten nicht mechanische Stimmen, sondern die von fröhlichen Kamikaze-Russen, die bereit sind für ihr Heimatland zu sterben. ED-Panzer sind die einzigen Fahrzeuge, die typische Panzerkanonen verwenden können. Die fraktionsspezifische Waffe ist der Laser, welcher Fahrzeuge solange überhitzt, bis sie explodieren.

Flugeinheiten sind Helikopter, an die man alle ballistischen Waffen montieren kann.

Ressourcen werden mithilfe von Minen abgebaut und mithilfe von Transportfahrzeugen an Raffinierien gefahren.

Als Basisschutz werden richtige Mauern verwendet.

Im Gegensatz zur UCS und zur LC sind die Kraftwerke klein und billig, liefern aber dafür nur wenig Strom.

LCBearbeiten

LC
Man mag vielleicht annehmen, dass die UCS aufgrund ihrer Mech-Affinität die höchstentwickelte Fraktion darstellen, allerdings sind die LC trotz ihrer jahrelangen Abschottung sehr gut auf diesen Konflikt vorbereitet. Sie verwenden grundsätzlich nur schwebende Einheiten, die es in leichten und schweren ausführungen gibt und mit ballistischen und energetischen Waffen ausgerüstet werden können. Die LC hat keine eigene ballistische Waffe, verfügt als Ausgleich aber bereits einen zwei-läufigen Raketenwerfer. Die fraktionsspezifische Energiewaffe ist die Elektrokanone, welche großen Schaden anrichten kann. Dazu ist die LC die einzige Fraktion, die eine Heldeneinheit mit einer Art Impulsstrahl besitzt. Diese muss jede Mission überleben.

Im Gegensatz zur UCS und zur ED benötigt die LC keine Baufahrzeuge, um ihre Gebäude zu bauen. Diese kommen praktischerweise fertiggebaut direkt aus dem Orbit. Das führt allerdings zu spielerischen Nachteilen, wenn man GEGEN die LC kämpft: Die Basis kann vollkommen zerstört sein, die LC kann jedoch immer weiter Gebäude bauen bis ihr das Geld ausgeht.

Ähnlich wie die ED setzt die LC auf Ressourcenfelder Minen, die aber gleichzeitig auch eine Raffinerie darstellen.

Konventionelle Mauern besitzt die LC nicht, sie setzen Laserzäune ein, deren Eckpunkte man lediglich bestimmen muss. Das ist zwar praktisch, kostet jedoch Strom.

Strom wird mithilfe von Solarkraftwerken erzeugt, die - natürlich - nur tagsüber aktiv sind. In der Nacht muss man auf große Speicherbatterien zurückgreifen, in denen überschüssige Energie tagsüber eingelagert wird.

Forschung Bearbeiten

Die Forschung ist neben dem Einheitenbaukasten das Herzstück des Spiels. Im Gegensatz zu anderen Titeln erforscht man hier nicht nur neue Einheiten oder Waffen, sondern auch Waffenupgrades, Fahrzeugupgrades oder Munition(supgrades).

Ein kleines Beispiel: Der UCS Raketenwerfer ist eine Ein-Lauf-Waffe, also eine Vorrichtung, die genau eine Rakete auf den Feind feuert. Mit jedem Upgrade gibt es einen Lauf dazu. Das heißt: Stufe 2 bietet 2 Läufe, Stufe 3 bietet 3 Läufe und Stufe 8 schließlich ermöglicht es, dass ganze 8 Raketen gleichzeitig abgefeuert werden können. Schließlich gibt es später noch die "Schweren Raketenwerfer", die ähnlich wie die normalen erforscht werden müssen.

Insgesamt gibt es für jede Fraktion 4 Oberbereiche: Chassis, Waffen, Munition und Sonstiges, wo z.B. Schilde erforscht werden können.

Einheitenbaukasten Bearbeiten

Das zweite Herzstück. Zwar gibt es vorgefertigte Einheiten, es ist aber sinnig, eigene zu konstruieren für verschiedene Anwendungsgebiete.

Man wählt dazu ein gewünschtes Chassis aus und kann ganz einfach Waffen und andere Geräte (z.B. Schildgeneratoren) hinzufügen und anschließend abspeichern. Sie werden auch sofort in den jeweiligen Produktionsstätten verfügbar gemacht. Der abschließende Preis für die Einheit richtet sich nach der Ausrüstung und ist somit die Summe seiner Einzelteile.

Technik Bearbeiten

Earth 2150 war eines der ersten 3D Echtzeitstrategiespiele und sah für die damalige Zeit überraschend gut aus. Die Rauch- und Feuereffekte sahen gut aus und auch die Lichteffekte konnten sich sehen lassen. Augenkrebs verursacht das Spiel auf keinen Fall, auch wenn die Grafik heute etwas klobig aussieht.

Nachwirkungen Bearbeiten

Wie erfolgreich genau die Serie war, ist unbekannt. Sie war scheinbar erfolgreich genug, einige Addons und einen Nachfolger aus zu veröffentlichen. Letzterer jedoch war für viele Fans eine Enttäuschung, da das Balancing schlecht war und die Atmosphäre nicht an die der Vorgänger herankam. Auch war das Missionsdesign relativ fad. Eine Enttäuschung lag sicherlich auch in den (wie immer) viel zu hohen Versprechen, so hatte es anfangs geheißen, es würde statt einer ganze fünf oder sechs Ressourcen geben. Letzten Endes gab es nur drei. Die Technik von 2160 stellte jedoch alle Spiele zu jener Zeit (2005 / 2006) in den Schatten. Interessenten können das Spiel bereits für wenige Euro bei Steam erwerben. Einen Nachfolger zu 2170 gibt es bislang nicht, so dass angenommen werden kann, dass es entweder irgendwann einen verhunzten Reboot oder ein Browsergame geben wird.

Die Entwickler Topware Interactive nennen sich inzwischen Reality Pump und haben nach Earth 2160 die beiden Rollenspiele Two Worlds 1 & 2 sowie die Versoftung des Films "Iron Sky" zu verantworten. Man kann also froh sein, dass es (wahrscheinlich) keinen Nachfolger mehr geben wird.

Empfehlung Bearbeiten

Science Fiction Fans, die einen Strategietitel abseits von den Genregrößen Starcraft und Command & Conquer ausprobieren wollen, sollten sich das Spiel unbedingt ansehen, da es mit vielen interessanten Dingen aufwartet, die CnC und SC 13 Jahre später immer noch nicht bieten können / wollen (was kein negativer Kritikpunkt sein soll). Generell sollten sich Fans von Strategiespielen dieses Werk antun, da es sehr viele Stunden Spielspaß bietet, allein schon aufgrund der drei recht langen Kampagnen. Auch der Skirmish-Mode weiß zu überzeugen, denn Earth 2150 kommt mit einem recht umfangreicehn Mapeditor daher.

Bezugsquellen Bearbeiten

Für 6,00 $ bekommt man das Spiel + Addons bereits bei Good Old Games.

Gallerie Bearbeiten

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