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Cultures cover
Cultures ist ein Echtzeitstrategiespiel mit Micromanagement-Element aus dem Hause Funatics aus dem dem Jahr 2000. Man übernimmt die Führung des Wikingerstammes um Leif Eriksson und dessen Sohn Bjarni, die Amerika entdecken.

Geschichte Bearbeiten

Der alte Mann Bjarni erzählt, wie in seiner Kindheit ein Meteor auf die Erde fiel, der in mehrere Teile zersplitterte, die sich überall verteilten. Die Wikinger hielten den Meteoriten für die Sonne und nannten die Splitter daher Sonnensplitter. Das Dorf um Bjarni packt seine Sachen und zieht in den Westen, um die Sonnensplitter zu finden und zu vereinen.

Tatsächlich basiert Cultures grob auf historischen Begebenheiten. Tatsächlich reiste um das Jahr 1000 ein Wikinger namens Leif Eriksson nach Nordamerika, und erkundete mit seinen Männern und Frauen die Gegend. Sie landeten schließlich auf Neufundland und gründeten sogar eine eigene Siedlung, bis sie nach einem Streit mit den Einwohnern vertrieben wurden. In Cultures selbst reist man nicht nur bis nach Nord-, sondern bis nach Mittelamerika und trifft dort sogar auf die Mayas.

Gameplay Bearbeiten

Cultures orientiert sich der Siedler-Reihe, bietet aber wesentlich mehr Komplexität und zählt zu den ersten moderneren Spielen mit Micromanagement-Komponente. So lässt sich beinahe jedes Objekt - egal ob Mensch, Haus oder Pflanze - anklicken und Informationen darüber abrufen.

Jeder Bewohner des Dorfes ist ein Individuum mit eigenem Aussehen, Namen, Eigenschaften und Bedürfnissen. Auch wird hier nicht nur äußerlich zwischen Mann und Frau unterschieden, sondern sie erfüllen auch eine sinnvolle Funktion: Denn im Gegensatz zu Die Siedler reicht es nicht, neue Häuser zu bauen, um die Bevölkerung wachsen zu lassen, nein, man muss zunächst zwei Wikinger heiraten lassen, die dann Kinder kriegen. Da dieses Spiel nicht von Bioware stammt, ist nur die klassische Heirat zwischen Männlein und Weiblein möglich.

Alle Bewohner haben grundlegende Bedürfnisse, müssen Essen, Schlafen oder brauchen (später) Religion. So legt der Wikinger meist im Notfall seine Arbeit nieder und versucht, seine Bedürfnisse zu stillen.

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Jeder (männliche) Wikinger kann jeden Beruf erlernen, jedoch sind diese stufenweise aufgebaut: So braucht es erst einen ausgebildeten Bauern, bis es einen Müller geben kann. Ist dieser ausgebildet, kann er zum Bäcker befördert werden.

Kriege spielen später auch eine wichtige Rolle, jedoch ist das Militärsystem äußerst rudimentär gehalten. Es gibt lediglich drei verschiedene Einheiten: Speerkämpfer, Schwertkämpfer und Bogenschützen. Den Gegnern steht nicht viel mehr zur Verfügung.

Die KI besitzt eigene Dörfer, diese sind jedoch, im Gegensatz zu den Wikingern, unrealistisch gehalten. Die Bevölkerung ist groß, kriegt ständig Zuwachs und besitzt nur ein paar wenige Gebäude, meist bestehend aus einem Wohnhaus, einer Kaserne, einer Nahrungsmittelproduktion und einem Tempel. Sprich: Die KI cheatet, ist aber dennoch nicht unbezwingbar, nur hartnäckig.

Man trifft auf insgesamt drei Völker während des Spiels, die man nicht selbst spielen kann:

  • Inuit: Bewohner Grönlands, auf die man in der Anfangsphase des Spiels trifft
  • Indianer: Bewohner Nordamerikas, auf die man in der fortgeschrittenen Phase trifft
  • Maya: Bewohner Mittelamerikas, auf die man in der späten Phase des Spiels trifft.

Neben einer Kampagne bot das Spiel Szenarien mit festen Zielbedingungen, sowie einen Multiplayer-Modus.

Technik Bearbeiten

Neben dem oben beschriebenen Micromanagement bot Cultures 1 detaillierte Grafiken vor allem im Landschaftsbereich, die dem Spiel eine besondere Atmosphäre vermittelte, welche nur vom zweiten Teil übertroffen wurde. Nur wenige Orte auf den Karten bestehen nur aus leerer Wiese, fast überall hat man sich deutlich Mühe bei der Gestaltung gemacht. Die Musik ist stimmig und passt sich dem jeweiligen Abschnitt an, es stehen über 20 Songs zu Verfügung, die im Hauptmenü ausgewählt werden können.

Addon "Die Rache des Regengottes" Bearbeiten

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2001 veröffentlichte Funatics das Addon Die Rache des Regengottes, welches die Wikinger ein weiteres Mal nach Amerika brachte. Dieses Mal allerdings nicht, um noch einmal Sonnensplitter einzusammel, sondern aufgrund merkwürdiger Angriffe von tierartigen Wesen auf Indianer und Inuit.

Das Addon brachte zusätzlich sieben neue Szenarien ins Spiel und die Möglichkeit, Söldner-Einheiten von befreundeten Stämmen zu erwerben.

Nachwirkung Bearbeiten

Trotz - oder wegen - der Neuerungen, mit denen sich das Spiel von Die Siedler abhob, blieb dem Spiel bzw. der Reihe nur mäßiger Erfolg beschieden. Es folgte das Addon Die Rache des Regengottes, über dessen Erfolg nichts bekannt ist. Es folgten im Jahre 2002 das Spiel Cultures 2, Die Reise nach Nordland (2002), sowie Das Achte Weltwunder (2003). Trotz der vielen Nachfolger wurde es ab 2003 still um Cultures. Heute fristet es ein trauriges Dasein als schlecht umgesetztes Browser-Game.

Empfehlung Bearbeiten

Dieses Spiel ist allein aufgrund des Micromanagements und der wunderbar dargestellten Welt empfehlenswert. Wer jedoch mit Wikingern und Strategie nichts anfangen kann, ist hier falsch.

Bezugsquellen Bearbeiten

Cultures - Die Entdeckung Vinlands ist eines jener alten Spiele, die man nicht mehr im Laden kaufen kann, allerdings gibt es noch die Pyramiden-Versionen für 10 € bei Amazon. Empfehlenswert ist die Cultures: Gold - Edition, die sowohl das Hauptspiel als auch das Addon beinhaltet.

Gallerie Bearbeiten

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